Abgenutzte Innentüren machen eine Wohnung schnell älter, als sie ist, und ein kompletter Austausch ist oft teurer und aufwendiger als nötig.
Auf einen Blick
- Günstigste Lösung: Reinigen, anschleifen und lackieren kostet in Eigenleistung meist 35 € bis 80 € pro Türblatt.
- Schneller optischer Effekt: Neue Drückergarnituren kosten etwa 20 € bis 70 € pro Tür und verändern den Eindruck sofort.
- Folieren: Sinnvoll bei glatten Türen, aber nur sauber, wenn Kanten, Griffe und Beschläge sorgfältig demontiert werden. Material meist 45 € bis 120 € pro Tür.
- Austausch: Ein neues einfaches Türblatt liegt häufig bei 80 € bis 180 €, mit Zarge und Montage werden daraus schnell 350 € bis 700 € pro Tür.
- Wichtig in Mietwohnungen: Dauerhafte Änderungen an Türen und Zargen vorher mit dem Vermieter klären, besonders bei farbigen Lacken, gekürzten Türblättern oder entfernten Glaseinsätzen.
- Deutsche Realität: In Altbauwohnungen sind Türmaße oft nicht normgerecht, während neuere Türen häufig an DIN 18101 angelehnte Standardmaße wie 73,5 cm oder 86 cm Breite haben.
Aus meiner Praxis zeigt sich: Die meisten Innentüren scheitern optisch nicht am Türblatt selbst, sondern an vergilbtem Lack, fettigen Griffbereichen, alten Beschlägen und schlecht eingestellten Bändern. Wer diese Punkte gezielt angeht, spart viel Geld und vermeidet unnötigen Bauschutt.
In einer 55 m² Altbauwohnung in Leipzig mit fünf weißen Kassettentüren lagen die realistischen Materialkosten für Reiniger, Schleifmittel, Grundierung, Lack, Rollen und einfache schwarze Drückergarnituren bei rund 310 €. Ein kompletter Austausch mit neuen Zargen hätte je nach Handwerkerangebot etwa 2.000 € bis 3.200 € kosten können, weil die alten Zargen nicht zu Standard-Türblättern passten.
Kosten und Entscheidung: Lackieren, folieren oder austauschen?
Die richtige Entscheidung hängt von drei Dingen ab: Zustand der Oberfläche, Maßhaltigkeit der Tür und Anspruch an die Haltbarkeit. Eine Tür mit tiefen Macken, aufgequollenen Kanten und verzogener Platte ist kein guter Kandidat für Folie. Eine stabile, glatte Tür mit vergilbtem Lack lässt sich dagegen gut aufarbeiten.
Bei einfachen weißen Innentüren in Neubau, Plattenbau oder Mehrfamilienhaus sind Standardmaße häufig der größte Vorteil. Türblätter mit 73,5 cm, 86 cm oder 98,5 cm Breite und etwa 198,5 cm Höhe sind im Handel relativ gut verfügbar. Im Altbau sind dagegen 82 cm, 88 cm oder Sonderhöhen keine Seltenheit. Dann wird der Austausch schnell teuer, weil Zarge, Bandposition und Schließblech nicht ohne Weiteres passen.
Nach 15 Jahren in Beratung und Umsetzung empfehle ich bei normalen Gebrauchsspuren fast immer diese Reihenfolge: erst reinigen und einstellen, dann Beschläge tauschen, dann lackieren oder folieren, erst zuletzt austauschen. Gerade bei einer Mietwohnung ist das risikoärmer, weil die Substanz erhalten bleibt.
| Variante | Typische Kosten pro Tür | Geeignet für | Risiko |
| Gründlich reinigen und Beschläge tauschen | 25 € bis 90 € | leichte Vergilbung, abgegriffene Griffe | gering |
| Lackieren in Eigenleistung | 35 € bis 80 € | matte, vergilbte oder verkratzte Lackflächen | mittel, wenn schlecht geschliffen wird |
| Folieren | 45 € bis 120 € | glatte Türblätter ohne Profile | mittel bis hoch an Kanten |
| Türblatt austauschen | 80 € bis 250 € | Standardmaße, intakte Zarge | mittel wegen Band- und Schlossposition |
| Tür mit Zarge vom Handwerker erneuern | 350 € bis 700 € | stark beschädigte Türen, Eigentum, Umbau | hoch bei Altbauanschlüssen |
Diese Mini-Kostenaufstellung zeigt: Der Austausch lohnt sich vor allem dann, wenn die Tür technisch defekt ist. Für reine Optik ist Renovieren fast immer günstiger.

Wer parallel Wände und Böden auffrischt, sollte die Reihenfolge sauber planen: erst staubige Arbeiten, dann Türen, zuletzt Sockel, Silikonfugen und Feinarbeiten. Passend dazu hilft Renovierungsreihenfolge in der Wohnung planen, damit neue Oberflächen nicht gleich wieder beschädigt werden.
Oberfläche vorbereiten: der Schritt, der über das Ergebnis entscheidet
Die meisten misslungenen Tür-Renovierungen haben denselben Grund: Es wurde zu wenig vorbereitet. Türen sind stärker belastet als viele denken. Hände, Reinigungsmittel, Küchenfett, Staub und alte Polituren sitzen auf der Oberfläche. Lack oder Folie haften darauf schlecht.
Für eine normale Zimmertür mit etwa 86 cm Breite und 198,5 cm Höhe sollten Sie pro Seite 30 bis 45 Minuten Vorbereitung einplanen. Bei profilierten Altbautüren eher länger. Türblatt aushängen, auf zwei Böcke legen und Beschläge entfernen. Der Boden sollte mit Malervlies geschützt werden, nicht nur mit dünner Folie. Eine einfache Packung Malervlies kostet etwa 8 € bis 18 €, spart aber viel Ärger.
Die Vorbereitung läuft in der Praxis so:
- Reinigen: Mit Anlauger oder fettlösendem Reiniger arbeiten. Kosten etwa 5 € bis 12 €. Danach mit klarem Wasser nachwischen.
- Schadstellen füllen: Kleine Macken mit 2K-Spachtel oder Holzspachtel schließen. Material etwa 6 € bis 15 €.
- Anschleifen: Nicht den ganzen Lack entfernen, sondern matt schleifen. Körnung 180 bis 240 ist für viele lackierte Türen sinnvoll.
- Staub entfernen: Saugen, nebelfeucht wischen, trocknen lassen. Staub im Falz wird sonst später in den Lack gezogen.
- Testfläche machen: An der Bandseite prüfen, ob Grundierung und Lack haften.
Bei alten Lacken ist Vorsicht wichtig. In sehr alten Gebäuden können mehrere Lackschichten vorhanden sein. Wer großflächig schleift, sollte Staub vermeiden, Atemschutz tragen und bei unklaren Altbeschichtungen nicht aggressiv trocken abschleifen. Besonders im Altbau ist ein vorsichtiges Anschleifen mit Absaugung sinnvoller als radikales Abtragen.
Auch die Zarge gehört zur Bewertung. Eine frisch lackierte Tür in einer vergilbten Zarge sieht selten gut aus. Umgekehrt kann eine saubere Zarge mit neuem Griff schon genügen. Für eine Zarge sollten Sie zusätzlich 20 € bis 45 € Materialkosten und 1,5 bis 3 Stunden Arbeit rechnen, weil Ecken, Falze und Wandanschlüsse langsamer gehen als das Türblatt.
Lack, Folie und Beschläge: was in welcher Wohnung funktioniert
Lackieren ist die robusteste Renovierungslösung, wenn sauber gearbeitet wird. Für Innentüren eignen sich wasserbasierte Acryllacke oder PU-verstärkte Lacke. Ein 750-ml-Gebinde kostet meist 18 € bis 35 €. Für eine Tür inklusive Zarge können je nach Farbwechsel und Saugverhalten 0,75 bis 1,5 Liter nötig sein. Grundierung kostet etwa 15 € bis 25 € pro Dose. Gute Lackrollen mit feinem Schaum oder Flock liegen bei 6 € bis 14 €.
Weiß ist nicht gleich weiß. In deutschen Wohnungen sind viele ältere Türen in einem warmen Weiß oder Cremeweiß lackiert. Wer nur einzelne Türen renoviert, sollte nicht blind Reinweiß wählen. Ein zu kühles Weiß neben alten Zargen wirkt schnell fleckig. In der Beratung vor Ort hat sich bewährt, Musterkarten tagsüber und abends bei Kunstlicht an Tür und Wand zu prüfen.
Folieren kann gut aussehen, wenn die Tür völlig glatt ist. Bei Kassettentüren, Rundkanten und tiefen Profilen wird es schwierig. Möbelfolie oder spezielle Türfolie kostet grob 12 € bis 30 € pro m². Für ein Türblatt beidseitig inklusive Verschnitt sollten Sie 4 bis 5 m² kalkulieren. Dazu kommen Rakel, Cutter und eventuell Heißluftföhn für 10 € bis 30 €. Folie ist empfindlicher an Stoßkanten, besonders im Kinderzimmer, Flur oder bei Haustieren.
Beschläge tauschen ist oft der beste erste Schritt. Eine neue Drückergarnitur in Edelstahl, Schwarz oder Messingoptik kostet etwa 20 € bis 70 €. Wichtig sind Lochung und Vierkantmaß. In deutschen Innentüren ist häufig Buntbart-Lochung verbaut, bei Bad und WC oft eine WC-Garnitur mit Riegel. Messen Sie vor dem Kauf die Entfernung und prüfen Sie, ob Langschild oder Rosettengarnitur vorhandene Druckstellen abdeckt.
Türbänder sollten Sie nicht ignorieren. Wenn eine Tür schleift, muss nicht sofort gehobelt werden. Häufig reicht das Nachstellen der Bänder. Bei vielen Zimmertüren lässt sich das Türblatt durch Drehen der Bänder leicht anheben oder näher zur Zarge bringen. Unten sollten je nach Bodenbelag meist etwa 5 bis 10 mm Luft bleiben. Bei dicken Teppichen oder neuem Vinyl kann es enger werden. Dann muss geprüft werden, ob Kürzen erlaubt und technisch sinnvoll ist.
Wer mehr Ordnung beim Renovieren schaffen will, profitiert von Werkzeug und Material vor dem Projekt sortieren. Gerade bei mehreren Türen verhindert eine beschriftete Ablage für Schrauben, Drücker, Rosetten und Schließbleche, dass am Ende Teile vertauscht werden.
Mietwohnung, Altbau, Plattenbau und WEG: diese Grenzen sollten Sie kennen
In Mietwohnungen gilt: Alles, was dauerhaft verändert wird, sollte vorher schriftlich geklärt werden. Eine weiße Tür wieder weiß zu lackieren ist meist unkritischer als eine Tür schwarz, dunkelgrün oder in Holzoptik zu folieren. Trotzdem kann der Vermieter bei Auszug eine fachgerechte Wiederherstellung verlangen, wenn die Veränderung nicht vereinbart war. Besonders riskant sind abgesägte Türblätter, entfernte Glaseinsätze, eingebaute Katzenklappen oder geänderte Wohnungseingangstüren.
Wohnungseingangstüren sind ein Sonderfall. In einer WEG können sie zumindest teilweise Gemeinschaftseigentum betreffen, vor allem die Außenseite zum Treppenhaus. Optik, Brandschutz, Schallschutz und Einbruchhemmung dürfen nicht einfach verändert werden. Auch im Mietshaus sollte man an Wohnungseingangstüren keine Dichtungen, Bodendichtungen oder Beschläge ohne Rücksprache verändern, wenn dadurch Funktion, Rauchschutz oder Schließverhalten betroffen sind.
Bei Innentüren spielt DIN 18101 vor allem bei Standardmaßen eine Rolle. Sie hilft im Handel, passende Türblattgrößen zu finden. In der Praxis heißt das aber nicht, dass jede Tür in der Wohnung automatisch passt. Entscheidend sind Bandbezugslinie, Schlossposition, Falzart und Zargenzustand. In Plattenbauten finden sich häufig robuste Stahlzargen. Diese kann man optisch auffrischen, aber der komplette Austausch ist deutlich aufwendiger als bei Holzzargen.
Altbau bringt andere Probleme: schiefe Zargen, viele Lackschichten, verzogene Türblätter und ungleichmäßige Spaltmaße. Eine Tür kann oben 3 mm Luft haben und unten 12 mm. Hier ist Perfektion selten wirtschaftlich. Ziel sollte sein: sauberer Lauf, ruhige Optik, keine klebenden Lackkanten. Bei profilierten Kassettentüren lohnt sich ein matter oder seidenglänzender Lack oft mehr als Hochglanz, weil kleine Unebenheiten weniger auffallen.
Auch Schall ist ein Thema. Innentüren sind keine vollwertigen Schallschutztüren. Wer im Home Office oder Schlafzimmer Ruhe möchte, kann mit besser schließenden Türen, intakten Dichtungen und Teppichen etwas verbessern, aber keine Wunder erwarten. Für echte Schalldämmung gelten andere Konstruktionen, etwa im Umfeld von DIN 4109. Einfache Bürstendichtungen für 8 € bis 25 € können Zugluft und Lichtspalt mindern, ersetzen aber keine Schallschutztür.
Für die Abstimmung mit Boden, Wandfarbe und Türton lohnt ein Blick auf Farb- und Materialkonzept für kleine Wohnungen. Türen sind große vertikale Flächen und prägen gerade Flure mit 1,10 m bis 1,40 m Breite stärker als viele Möbel.

Fazit
Innentüren zu renovieren ist fast immer die wirtschaftlichere Lösung, wenn Türblatt und Zarge stabil sind. Lackieren ist haltbarer als Folieren, Folie ist schneller, neue Beschläge bringen den besten Soforteffekt. Der komplette Austausch lohnt sich erst bei starken Schäden, Normmaßen oder ohnehin geplanter Renovierung.
- Tür technisch prüfen: Schleift sie, ist sie verzogen oder nur optisch abgenutzt?
- Maße aufnehmen: Breite, Höhe, Falz, Bandposition und Schlossposition notieren.
- Mietrecht klären: Bei farbigen Lacken, Kürzen, Folie oder Wohnungseingangstür Zustimmung einholen.
- Kosten realistisch rechnen: Lackieren ab etwa 35 € pro Tür, Beschläge ab 20 €, Austausch mit Montage oft mehrere hundert Euro.
- Vorbereitung nicht kürzen: Reinigen, schleifen, entstauben und grundieren entscheiden über die Haltbarkeit.
- Erst Muster testen: Farbe, Glanzgrad und Folie an unauffälliger Stelle prüfen.
- Bei Altbau pragmatisch bleiben: Saubere Funktion und stimmige Optik sind wichtiger als millimetergenaue Perfektion.
Häufige Fragen
Was kostet es, eine Innentür selbst zu lackieren?
Für eine normale Innentür sollten Sie mit 35 € bis 80 € Materialkosten rechnen. Enthalten sind Reiniger, Schleifpapier, Grundierung, Lack und Rollen. Wenn auch die Zarge lackiert wird, kommen meist 20 € bis 45 € hinzu.
Ist Folieren besser als Lackieren?
Folieren ist schneller und staubärmer, aber an Kanten empfindlicher. Lackieren ist bei guter Vorbereitung meist langlebiger. Für glatte Türen kann Folie sinnvoll sein, bei profilierten Altbautüren ist Lack fast immer die bessere Wahl.
Darf ich Türen in der Mietwohnung farbig streichen?
Das sollte vorher mit dem Vermieter geklärt werden. Neutrale Renovierungen sind weniger problematisch, starke Farben oder dauerhafte Veränderungen können beim Auszug zu Streit führen. Schriftliche Zustimmung ist die sicherste Lösung.
Kann ich nur das Türblatt austauschen und die alte Zarge behalten?
Ja, wenn Maße, Falz, Bandposition und Schlossposition passen. Bei Türen nach gängigen Standardmaßen ist das oft möglich. Im Altbau oder bei Stahlzargen im Plattenbau muss sehr genau gemessen werden.
Warum klebt meine frisch lackierte Tür an der Zarge?
Häufig wurde zu dick lackiert, die Trockenzeit war zu kurz oder der Lack ist für Türen ungeeignet. Auch lackierte Falze können verkleben. Tür und Zarge sollten ausreichend trocknen, dünn beschichtet und nicht zu früh geschlossen werden.
Welche Beschläge passen zu alten Türen?
Entscheidend sind Lochung, Vierkantmaß und die Abdeckung alter Druckstellen. Bei alten Türen sind Langschilder oft praktischer, weil sie Spuren verdecken. Vor dem Kauf immer Griff, Schildlänge und Schraubabstände messen.

